Wärmepumpe und Photovoltaik gelten als ideales Paar: Die eine braucht Strom, die andere erzeugt ihn. Doch wie viel Solarstrom kommt wirklich bei der Heizung an? Und was kostet das Gesamtpaket? Die Energieberatung der Verbraucherzentrale hat dazu realistische Werte veröffentlicht. Auch das Bundeswirtschaftsministerium schreibt im aktuellen EEG-Entwurf: Ideal seien Kombinationen mit Wärmepumpen, Speichern und Wallboxen.
Wie viel Strom können Sie selbst erzeugen?
Laut Verbraucherzentrale kann eine PV-Anlage auf einem Einfamilienhaus
- ohne Batteriespeicher etwa 20 bis 30 Prozent des Jahresstrombedarfs für Haushalt und Wärmepumpe decken,
- mit Batteriespeicher etwa 40 Prozent.
In einem sehr gut gedämmten Gebäude mit sehr geringem Stromverbrauch sind sogar mehr als 60 Prozent möglich. Bei schlechter oder fehlender Dämmung fällt der Anteil deutlich niedriger aus.
Warum nicht 100 Prozent?
Der Grund ist einfach: Eine PV-Anlage erzeugt im Sommer am meisten Strom, die Wärmepumpe braucht im Winter am meisten. Ein Batteriespeicher kann Solarstrom vom Tag für den Abend und die Nacht speichern – aber nicht über Wochen oder vom Sommer in den Winter. Völlige Unabhängigkeit ist deshalb laut Verbraucherzentrale auch bei optimalen Bedingungen nicht erreichbar.
Trotzdem lohnt sich die Kombination: In der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst, an sonnigen Wintertagen und für das Warmwasser im Sommer liefert die PV-Anlage spürbare Anteile.
Was kostet das Gesamtsystem?
Die Verbraucherzentrale nennt folgende Größenordnungen für ein Einfamilienhaus:
- PV-Anlage mit etwa 5 bis 10 kWp: 9.000 bis 20.000 Euro
- Wärmepumpe für ein durchschnittliches Einfamilienhaus: 15.000 bis 40.000 Euro
- Batteriespeicher: 5.000 bis 10.000 Euro, größere Speicher bis zu 20.000 Euro
Zusammen ergibt sich eine Investition von etwa 25.000 bis 50.000 Euro. Für die Wärmepumpe gibt es Zuschüsse aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (KfW 458), die die Kosten erheblich senken können. Wie sich diese Förderung ab 2027 verändert, lesen Sie in unserem Beitrag zur Wärmepumpen-Förderung 2027.
So holen Sie mehr aus der Kombination heraus
Energiemanagement
Ein Energiemanagementsystem passt den Verbrauch an die Erzeugung an. Es priorisiert die Verbraucher: Erst wird der Haushaltsstrom gedeckt, dann bekommen Wärmepumpe oder Speicher den Überschuss.
SG-Ready nutzen
Über die SG-Ready-Schnittstelle der Wärmepumpe lässt sich bei PV-Überschuss die Temperatur im Warmwasser- oder Pufferspeicher anheben. Der Überschussstrom wird so als Wärme gespeichert, statt ins Netz zu fließen.
Speicher richtig dimensionieren
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale empfiehlt, den Batteriespeicher so zu wählen, dass er den Strombedarf einer Nacht abdecken kann. Ein zu großer Speicher verschlechtert die Wirtschaftlichkeit und altert schneller.
Eigenverbrauch im Blick behalten
Aus wirtschaftlicher Sicht sollte der Eigenverbrauchsanteil möglichst nicht unter 30 Prozent des erzeugten Solarstroms liegen.
Warum die Kombination gerade jetzt interessant ist
- Einspeisung wird weniger wert: Neue PV-Anlagen speisen nach dem Solarspitzengesetz zunächst maximal 60 Prozent ein und erhalten bei negativen Börsenpreisen keine Vergütung. Der Entwurf zum EEG 2027 sieht zudem vor, die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen weitgehend abzuschaffen (noch nicht beschlossen). Selbst genutzter Strom wird damit wichtiger.
- Reduzierte Netzentgelte: Für den Netzstrom, den die Wärmepumpe zusätzlich braucht, können Sie als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG ein reduziertes Netzentgelt erhalten.
- Planbare Kosten: Eigener Solarstrom kostet laut Verbraucherzentrale rund 10 bis 15 Cent pro Kilowattstunde – deutlich weniger als Netzstrom.
Checkliste für Ihre Planung
Bevor Sie Angebote vergleichen, sollten diese Fragen geklärt sein:
- Wie hoch ist Ihr Stromverbrauch im Haushalt – und wie viel kommt durch Wärmepumpe und gegebenenfalls E-Auto hinzu?
- Wie ist Ihr Dach ausgerichtet, und wie viel Fläche steht zur Verfügung?
- Wie gut ist Ihr Haus gedämmt? Davon hängt ab, wie viel Heizenergie die Wärmepumpe im Winter braucht.
- Hat die geplante Wärmepumpe eine SG-Ready-Schnittstelle, und lässt sie sich mit Wechselrichter und Speicher kommunizieren?
- Ist Ihr Zählerschrank für Smart Meter und Steuerbox nach §14a EnWG vorbereitet?
Stand: Oktober 2026. Werte und Kostenrahmen nach Verbraucherzentrale; die tatsächlichen Werte hängen von Gebäude, Verbrauch und Anlagen ab. Keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Quellen
- Verbraucherzentrale Energieberatung: Wärmepumpe mit Photovoltaik
- Verbraucherzentrale: Lohnen sich Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen?
- BMWE: Anlage zum Regierungsentwurf EEG 2027 (PDF)
- BMWE: FAQ zur Energierechtsnovelle zur Vermeidung von Stromspitzen
- Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen (§14a EnWG)

